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Häufig gestellte Fragen

Was ist Microsoft Power BI?

Microsoft Power BI ist eine Business-Intelligence- und Datenvisualisierungsplattform, mit der sich Daten aus unterschiedlichen Quellen zu interaktiven Berichten und Dashboards aufbereiten lassen. Sie gehört zur Microsoft-Power-Plattform und wird sowohl als kostenfreies Desktop-Werkzeug (Power BI Desktop) zur Modellierung als auch als Cloud-Dienst (Power BI Service) zum Teilen und Aktualisieren von Berichten genutzt. Im ERP-Umfeld dient Power BI typischerweise als analytische Schicht oberhalb operativer Systeme und macht Kennzahlen aus Buchhaltung, Vertrieb, Lager und Produktion auswertbar. Seit 2024 ist Power BI zudem als Workload in die übergreifende Datenplattform Microsoft Fabric eingebettet.

Was kostet Power BI und worin unterscheiden sich Free, Pro und Premium per User?

Power BI Free erlaubt das Erstellen von Berichten für die eigene Nutzung, jedoch kein freies Teilen mit anderen Anwendern. Power BI Pro ist der Standard für die Zusammenarbeit in Teams und kostet seit der Preisanpassung vom April 2025 rund 12 € pro Nutzer und Monat (rund 14 US-Dollar, zzgl. MwSt., bei jährlicher Abrechnung), während Premium per User (PPU) für etwa 21 € pro Nutzer und Monat (rund 24 US-Dollar) zusätzlich Funktionen wie paginierte Berichte, mehr Aktualisierungen pro Tag und KI-Features bietet. Für größere Anwenderzahlen ist eine Kapazitätslizenz über Microsoft Fabric (F-SKU) wirtschaftlicher, da ab der Stufe F64 reine Berichtsbetrachter nur eine kostenlose Lizenz benötigen. Die hier genannten Preise sind Listenpreise und können je nach Vertrag, Region und Microsoft-365-Bündelung abweichen.

Kann Power BI Daten aus SAP, Microsoft Dynamics oder anderen ERP-Systemen lesen?

Ja, Power BI bringt native Konnektoren für zahlreiche Quellen mit, darunter SAP BW und SAP HANA, Microsoft Dynamics 365 sowie verbreitete Datenbanken wie SQL Server, Oracle, MySQL und PostgreSQL. Insgesamt stehen mehrere Hundert Datenquellen zur Verfügung, und für Systeme ohne spezifischen Konnektor lassen sich Daten über ODBC, OData oder eine REST-API anbinden. In der Praxis greifen viele Organisationen aus Performance- und Konsistenzgründen nicht direkt auf das ERP zu, sondern auf ein vorgelagertes Data Warehouse. Voraussetzung für belastbare Auswertungen ist in jedem Fall eine saubere Stammdatenpflege im Quellsystem.

Was ist der Unterschied zwischen DirectQuery und Import-Modus?

Im Import-Modus werden die Daten in das Power-BI-Datenmodell geladen und dort gespeichert, was schnelle Auswertungen ermöglicht, die Daten aber nur so aktuell hält wie die letzte geplante Aktualisierung. Mit einer Pro-Lizenz sind dabei bis zu acht geplante Aktualisierungen pro Tag möglich, mit Premium per User bis zu 48. Bei DirectQuery hingegen werden die Daten nicht gespeichert, sondern bei jeder Abfrage in nahezu Echtzeit aus dem Quellsystem gelesen, wodurch die Auswertungen stets aktuell sind, aber das Quellsystem stärker belastet wird. Welcher Modus geeignet ist, hängt von Datenmenge, gewünschter Aktualität und der Belastbarkeit der Quelle ab; in zusammengesetzten Modellen lassen sich beide Ansätze auch kombinieren.

Wofür werden Power Query und DAX in Power BI verwendet?

Power Query ist das Werkzeug zur Datenaufbereitung und nutzt die Formelsprache M, um Rohdaten zu bereinigen, Spalten umzubenennen, Datentypen festzulegen und Tabellen zu verknüpfen, bevor sie ins Datenmodell gelangen. DAX (Data Analysis Expressions) ist dagegen die Formelsprache für Berechnungen innerhalb des fertigen Datenmodells, etwa für Kennzahlen wie Umsatzsummen, Deckungsbeiträge oder Zeitvergleiche zwischen Perioden. Vereinfacht gesagt formt Power Query die Daten, während DAX die analytischen Auswertungen darauf definiert. Diese Trennung von Transformation und Modellierung ähnelt dem klassischen Prinzip eines ETL-Prozesses und ist zentral für nachvollziehbare, wartbare Berichte.

In welchem Verhältnis stehen Power BI und Microsoft Fabric?

Microsoft Fabric ist eine 2023 eingeführte, übergreifende Datenplattform, in die Power BI seit 2024 als eigener Workload eingebettet ist; daneben stehen Bausteine wie Data Factory, Data Engineering und Data Science. Alle Fabric-Komponenten greifen auf eine gemeinsame Datenablage namens OneLake zu, sodass Power-BI-Berichte direkt auf zentral gehaltene Daten zugreifen können, ohne sie zu kopieren. Power BI bleibt als Produkt eigenständig nutzbar, viele neuere Funktionen, darunter KI-Assistenten wie Copilot, setzen jedoch eine kostenpflichtige Fabric-Kapazität (F-SKU) voraus. Microsoft verlagert die früheren Premium-Kapazitäten (P-SKUs) schrittweise auf Fabric-Kapazitäten, weshalb mittelfristige Lizenzplanungen dies berücksichtigen sollten.

Power BI oder SAP Analytics Cloud — welche Plattform passt besser?

Beide Plattformen decken Business-Intelligence-Aufgaben ab, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte und sind nicht pauschal besser oder schlechter. Power BI ist in der Regel günstiger und besonders eng in das Microsoft-Ökosystem aus Microsoft 365, Azure und Dynamics integriert, während die SAP Analytics Cloud näher an SAP-Datenmodellen liegt und Stärken in den Bereichen Planung, Budgetierung und Forecasting hat. Die Wahl hängt vor allem von der bestehenden Systemlandschaft, dem vorhandenen Know-how und den Integrationsanforderungen ab. In größeren SAP-Anwenderunternehmen werden beide Werkzeuge häufig parallel eingesetzt, da Power BI freie Auswertungen erleichtert und die SAP Analytics Cloud die SAP-nahe Planung übernimmt.