ERP für Kontraktlogistik – Software für 3PL-Dienstleister
Die Kontraktlogistik – im Englischen auch 3PL (Third-Party-Logistics) genannt – ist ein eigenständiges Geschäftsmodell, in dem Logistikdienstleister im Auftrag mehrerer Kunden Lager- und Distributionsleistungen erbringen. Ein ERP für Kontraktlogistik muss daher ein Multi-Customer-Modell beherrschen, mit getrennten Beständen, KPIs und Abrechnungslogiken pro Mandant.
Multi-Customer-Anforderungen
Im 3PL-Modell hat jeder Kunde eigene Anforderungen: SLA-Logik, KPIs, Buchungsregeln, Etiketten, EDI-Formate. Das ERP muss diese Vielfalt sauber kapseln, ohne dass Daten zwischen Kunden vermischt werden. Pflichtfunktionen:
Ein 3PL-Kontraktlogistiker mit 8 Lägern in Deutschland und Polen, 320 MA und 18 aktiven Bestandskunden (E-Commerce, Automotive-Aftermarket, Pharma-Großhandel) konsolidierte 2024 sein WMS/TMS-Stack auf eine ERP-Plattform mit Logistik-Suite. Komplexität: pro Mandant individuelle SLA (Pick-Genauigkeit, Cut-off-Zeiten, Verpackungsvorgaben), Mehrwertdienste (Etikettierung, Co-Packing, Retouren-Refurbish), Tarifmodelle nach Lagerflächen, Pickpositionen oder Outbound-Kolli. Multi-Carrier-Anbindung (DPD, GLS, Hermes, DHL, FedEx) und Mandanten-spezifische EDI-Profile wickeln das Tagesgeschäft ab.
Ab 5–8 parallelen Kunden in einem Lager oder bei stark differenzierten SLAs. Darunter reicht meist ein WMS mit Mandanten-Modul.
In der Praxis variiert die genaue Ausgestaltung je nach Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups.
Wie wichtig ist Customer-Self-Service?
Sehr wichtig – moderne 3PL-Kunden erwarten Echtzeit-Bestand, KPI-Dashboards und Self-Service-Buchungen.
In der Praxis variiert die genaue Ausgestaltung je nach Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups.
Eine fundierte Antwort erfordert immer den Blick auf die individuellen Geschäftsprozesse und die strategische IT-Roadmap des Unternehmens.
Was kostet ein 3PL-WMS?
Mittelstand: 200.000–800.000 EUR Implementierung, plus pro-Mandanten-Lizenz. Cloud-WMS ab 80 EUR pro User pro Monat.
Lizenzgebühren machen typisch nur 25-35 % der Gesamtprojektkosten aus, die restlichen 65-75 % entstehen für Implementation, Customizing, Schulung und Datenmigration.