ERP für Spedition – Software für Speditionen und KEP-Dienstleister
Eine moderne Spedition ist ein hochkomplexes Geschäft: tausende Sendungen, dutzende Fahrzeuge, Echtzeit-Telematik, EDI mit Verladern, Zollabwicklung, Frachtbörsen und immer engere Margen. Ein ERP für Spedition – häufig auch als TMS (Transport Management System) bezeichnet – muss diese Komplexität beherrschen, ohne den Disponenten in seiner Geschwindigkeit zu bremsen.
Geschäftsfelder einer Spedition
Stückgut-Spedition mit täglichen Linien
Komplettladungen als Direktverkehre
Kontraktlogistik mit Lager- und Distributionsleistungen
KEP-Geschäft mit kleinen Paketen
Schwertransport und Spezialverkehre
Internationale Spedition mit Zoll und Außenwirtschaft
Pflichtfunktionen
Tour- und Sendungs-Disposition
Telematik- und Live-Tracking
Frachtkostenkalkulation nach Gewicht, Volumen, Zone
Subunternehmer-Management
Zoll- und Außenwirtschaftsabwicklung
EDI mit Verladern nach EDIFACT IFTMIN/IFTSTA/INVOIC
NIS-2-Anforderungen für kritische Logistik-Infrastruktur
Praxis-Beispiel: Mittelständische Spedition mit 60 Lkw
Eine Spedition mit 60 Lkw (eigener Fuhrpark) und 40 Sub-Unternehmern in NRW konsolidierte 2024 zwei Speditionssoftware-Lösungen (TMS für Sammelgut, separates System für Stückgut/Teilladung) auf eine integrierte ERP-/TMS-Plattform. Volumen: ca. 480 Aufträge/Tag, Anbindung an drei Stückgut-Kooperationen (Cargoline, IDS, System Alliance) per EDIFACT-IFTMIN. Telematik-Daten aus 60 Lkw fließen in Echtzeit in das System; Mautabrechnung (Toll Collect), Fahrer-Lenkzeiten (EU-Verordnung 561/2006), Tankkarten-Daten (UTA, DKV) und Kunden-Track-and-Trace sind integriert.
Größere Speditionen setzen häufig auf TMS für die Disposition und ergänzen mit klassischem ERP für Buchhaltung und Reporting. Mittelständische Speditionen kommen mit kombinierten Lösungen aus.
In der Praxis variiert die genaue Ausgestaltung je nach Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups.
Welche EDI-Standards sind Pflicht?
EDIFACT IFTMIN (Sendungsanmeldung), IFTSTA (Statusmeldung), INVOIC (Rechnung) – plus zunehmend XRechnung in Deutschland.
In der Praxis variiert die genaue Ausgestaltung je nach Branche, Größenklasse und Customizing-Tiefe des konkreten ERP-Setups.
Eine fundierte Antwort erfordert immer den Blick auf die individuellen Geschäftsprozesse und die strategische IT-Roadmap des Unternehmens.
Was kostet ein Speditions-ERP?
Mittelstand: 3.000–7.000 EUR pro User Implementierung. Telematik-Module oft als Add-on mit pro-Fahrzeug-Lizenzen.
Hinzu kommen jährliche Wartungs- und Update-Gebühren von typisch 18-22 % der Lizenzsumme bei On-Premise-Modellen.