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Häufig gestellte Fragen

Was unterscheidet ein PPS-System von einem ERP- oder MES-System?

Ein PPS-System (Produktionsplanung und -steuerung) ist auf die operative Planung der Fertigung spezialisiert und steuert, was wann auf welcher Maschine mit welchem Material produziert wird, also Programmplanung, Material- und Kapazitätsbedarf, Auftragsfreigabe und Reihenfolgesteuerung. Ein ERP-System geht deutlich darüber hinaus und verwaltet alle betriebswirtschaftlichen Ressourcen wie Finanzen, Einkauf, Personal und Lager, weshalb die PPS-Funktionen in der Praxis meist als Modul eines ERP oder eng angebunden daran arbeiten. Ein MES (Manufacturing Execution System) wiederum sitzt eine Ebene tiefer auf dem Shopfloor und erfasst, steuert und dokumentiert die tatsächliche Fertigung nahezu in Echtzeit; im ISA-95-Schichtenmodell liegt das ERP auf Ebene 4 und das MES auf Ebene 3. Die drei Systeme konkurrieren also nicht, sondern ergänzen sich entlang der Kette von der Planung bis zur Ausführung.

Sollte ich ein eigenständiges PPS oder ein in ein ERP integriertes PPS wählen?

Beide Wege sind verbreitet, und welcher passt, hängt von der Komplexität Ihrer Fertigung ab. Ein in das ERP integriertes PPS hat den Vorteil, dass Materialwirtschaft und Produktionsplanung dieselbe Datenbasis nutzen und Terminverschiebungen sofort in der Materialbedarfsplanung sichtbar werden, weshalb größere Unternehmen häufig auf integrierte Lösungen setzen. Im vorliegenden Vergleich folgen etwa SAP, TaxMetall, Modus und Baumann diesem Muster, während PP EASE und Propas als eigenständige PPS-Systeme positioniert sind. Eigenständige Systeme können bei sehr spezialisierten oder maschinennahen Anforderungen punkten, müssen aber sauber über Schnittstellen an das vorhandene ERP angebunden werden, was zusätzlichen Integrationsaufwand bedeutet. Wer den Parallelbetrieb mehrerer Systeme vermeiden will, fährt mit einer Lösung aus einer Hand in der Regel einfacher.

Welches PPS-System passt zu welcher Branche und Fertigungsart?

Der wichtigste Auswahlfilter ist neben der Branche die Fertigungsart, denn diskrete Fertigung und Prozessfertigung stellen unterschiedliche Anforderungen. Die diskrete Fertigung, etwa im Maschinenbau, in der Metallverarbeitung oder bei Möbeln, plant über Stücklisten und Arbeitspläne, während die Prozessfertigung in der Lebensmittel-, Chemie- oder Kunststoffindustrie mit Rezepturen und Formeln arbeitet. Genau hier setzen die branchenspezifischen Zuschnitte der Anbieter an, zum Beispiel Modus mit eigenen Varianten für Maschinenbau, Kunststoff, Möbel und Lebensmittel oder PP EASE und Propas mit Fokus auf Metall- und Kunststoffverarbeitung. Ein System, das Rezepturen nicht beherrscht, kann in der Prozessfertigung erhebliche Probleme verursachen, weshalb die Prüfung dieser Grundfähigkeit vor jeder Detailbewertung stehen sollte.

Was bedeutet APS und brauche ich es zusätzlich zum PPS?

APS steht für Advanced Planning and Scheduling und bezeichnet Planungsverfahren, die klassische PPS- und MRP-Logik um eine simultane, kapazitätsbegrenzte Feinplanung ergänzen. Während herkömmliche PPS- und MRP-Verfahren meist sukzessiv und mit festen Durchlaufzeiten gegen unbegrenzte Kapazität terminieren, berücksichtigt ein APS mit Finite-Capacity-Scheduling Maschinen, Personal, Material und Werkzeuge gleichzeitig und unter realistischen Restriktionen. Für Betriebe mit einfacher, gut planbarer Produktion reichen die Standardfunktionen eines PPS in der Regel aus, das APS lohnt sich vor allem bei hoher Variantenvielfalt, knappen Kapazitäten oder häufigen Umplanungen. Ob ein Anbieter solche Feinplanungsmodule mitbringt oder nachrüsten lässt, ist daher ein sinnvolles Vergleichskriterium, sobald die Planung über reine Reihenfolgebildung hinausgehen soll.

Mit welchen Kosten und welcher Einführungsdauer muss ich bei PPS-Software rechnen?

Die Gesamtkosten hängen stark von Anwenderzahl, Modulumfang und Bereitstellungsmodell ab und lassen sich nicht pauschal beziffern. Als grobe Orientierung machen reine Lizenz- beziehungsweise Abonnementkosten oft nur einen Teil des Projekts aus, während Implementierung, Schulung und Datenmigration einen erheblichen Zusatzanteil verursachen; Cloud-Modelle bieten dafür planbarere monatliche Ausgaben. Mehrere Anbieter aus diesem Vergleich, darunter SAP, MaintMaster und Baumann, stellen kostenlose Test- oder Demoversionen bereit, sodass sich der Funktionsumfang vor einer Investition praktisch prüfen lässt. Die Einführungsdauer variiert ebenfalls deutlich nach Customizing-Tiefe, und umfangreiche Systeme wie SAP benötigen in vergleichbaren Projekten meist mehr Zeit als schlankere Mittelstandslösungen. Realistische Bandbreiten und Praxiswerte finden Sie in der ERP-Kosten-Übersicht.