Häufig gestellte Fragen
Gibt es go-digital noch?
Nein, go-digital ist beendet. Das seit 2017 laufende Beratungsprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums endete mit dem Auslaufen der Förderrichtlinie zum 31. Dezember 2024 und wurde aufgrund der angespannten Haushaltslage nicht fortgesetzt. Seit dem 1. Januar 2025 können keine neuen Förderanträge mehr gestellt werden. Auch das thematisch verwandte Investitionsprogramm Digital Jetzt ist ausgelaufen, dessen Förderportal wurde zum 31. März 2026 endgültig abgeschaltet.
Was hat go-digital gefördert?
go-digital förderte ausschließlich Beratungsleistungen autorisierter Beratungsunternehmen, nicht die Software oder Hardware selbst. Die Module umfassten unter anderem digitalisierte Geschäftsprozesse, digitale Markterschließung und IT-Sicherheit, in die auch die Begleitung von ERP-Projekten fiel. Die Förderquote lag bei 50 Prozent der förderfähigen Beratungskosten, anerkannt wurde dabei ein Beratertagessatz von maximal 1.100 Euro netto, sodass je Tag bis zu 550 Euro bezuschusst wurden. Über bis zu 30 Beratungstage hinweg ließ sich so ein Zuschuss von in der Spitze rund 16.500 Euro je Vorhaben bündeln.
Warum wurde go-digital eingestellt?
Nach Angaben des zuständigen Bundeswirtschaftsministeriums konnte das Programm wegen der anhaltend angespannten Haushaltslage des Bundes nach Ablauf der Förderrichtlinie nicht verlängert werden. Die Entscheidung betraf nicht nur go-digital, sondern auch weitere Digitalisierungs-Zuschüsse des Bundes wie Digital Jetzt, die im selben Zeitraum ausliefen. Damit verlagert sich die direkte Zuschussförderung für Digitalisierung seit 2025 weitgehend auf die Programme der Bundesländer. Kursierende Programmbeschreibungen mit Antragslinks beziehen sich daher auf den alten, nicht mehr gültigen Stand.
Was ist die offizielle Nachfolge von go-digital?
Als Nachfolge-Struktur verweist das Bundeswirtschaftsministerium auf die Mittelstand-Digital Zentren, rund 30 bundesweite Anlaufstellen, die kostenlose Beratung, Workshops und praxisnahe Demonstratoren rund um Digitalisierung, KI und IT-Sicherheit anbieten. Anders als bei go-digital handelt es sich nicht um einen Zuschuss zu einer bezahlten Beratung, sondern um ein vollständig kostenfreies und anbieterneutrales Angebot. Die aktuelle Förderphase dieser Zentren läuft allerdings zum 31. Dezember 2026 aus. Für ein neues bundesweites Netzwerk ab 2027 hat das Ministerium Ende Dezember 2025 bereits einen Förderaufruf veröffentlicht.
Bekomme ich für eine ERP-Einführung oder ERP-Software noch Förderung?
Eine direkte Bundesförderung für ERP-Beratung wie bei go-digital gibt es nicht mehr, kostenlose Orientierung bieten jedoch die Mittelstand-Digital Zentren. Für Investitionen in ERP-Software setzen einige Bundesländer eigene Programme ein, die anders als das frühere go-digital teils auch Software- und Hardwarekosten bezuschussen, etwa der Digitalbonus in Bayern. Die Förderquote liegt dort meist bei rund 50 Prozent, die Höchstbeträge schwanken je nach Land und Programmvariante typischerweise zwischen etwa 7.500 und 30.000 Euro. Welche Landesprogramme aktuell überhaupt noch Anträge annehmen, ändert sich allerdings häufig, da Mittel teils erschöpft oder Varianten wie die baden-württembergische Zuschussprämie zwischenzeitlich auf Darlehen umgestellt wurden, sodass vor jedem Vorhaben ein Blick in die amtliche Förderdatenbank und ein Antrag vor Auftragsvergabe ratsam sind.
Was passiert mit go-digital-Projekten, die noch bewilligt wurden?
Anträge sind seit dem 1. Januar 2025 nicht mehr möglich, bereits bewilligte Vorhaben genießen jedoch Bestandsschutz. Digitalisierungsprojekte, die 2024 noch eine Bewilligung erhielten, durften auch im Jahr 2025 umgesetzt und abgerechnet werden. Antragsteller und Zuwendungsempfänger war dabei nicht das Unternehmen selbst, sondern das autorisierte Beratungsunternehmen, das Antrag, Durchführung und Abrechnung übernahm. Für laufende oder noch abzurechnende Vorhaben ist daher der jeweilige autorisierte Berater die richtige Anlaufstelle.
Wo finde ich den aktuellen Förder-Überblick für Digitalisierung und ERP?
Den verlässlichsten, tagesaktuellen Stand liefert die amtliche Förderdatenbank des Bundes, in der sich nach Bundesland und Thema Digitalisierung filtern lässt. Sinnvoll ist es, vor jeder Investition eine kostenlose Erstberatung bei einem der rund 30 Mittelstand-Digital Zentren zu nutzen, um das passende Landesprogramm und die Förderfähigkeit zu klären. Eine redaktionell aufbereitete Zusammenfassung der aktuellen Förderwege für ERP- und Digitalisierungs-Vorhaben finden Sie zudem auf unserer Seite ERP-Förderung 2026. Da viele Landesprogramme mit begrenzten Monatskontingenten arbeiten, ihre Mittel teils vorzeitig erschöpft sind und Förderphasen teilweise bis Ende 2027 terminiert sind, lohnt sich eine frühzeitige Prüfung.

