Digital Jetzt war das Investitionszuschuss-Programm des Bundes (BMWK) für die Digitalisierung im Mittelstand. Wichtig vorweg: Das Programm ist zum 31. Dezember 2023 ausgelaufen, Neuanträge sind nicht mehr möglich. Diese Seite erklärt, was Digital Jetzt war — und welche Förder-Alternativen 2026 bleiben.
Förderwege für KMU-Digitalisierung 2026: Voraussetzungen, Antrag und Kredit-Alternativen. · Quelle: erp-software.org Redaktion
Was war Digital Jetzt?
Digital Jetzt förderte zwischen 2020 und 2023 Investitionen kleiner und mittlerer Unternehmen in digitale Technologien (Software, Hardware) sowie in die Qualifizierung der Mitarbeiter. Gefördert wurden u. a. die Einführung von ERP-Systemen, Cloud-Lösungen und IT-Sicherheit — mit Zuschuss-Quoten, die je nach Unternehmensgröße gestaffelt waren.
Warum es das Programm nicht mehr gibt
Das Programm lief planmäßig zum 31.12.2023 aus und wurde — wie auch go-digital — vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage nicht verlängert. Online kursieren noch viele Beschreibungen; sie beziehen sich auf den alten Stand.
Die Alternativen 2026
Länder-Digitalboni: Investitions-Zuschüsse laufen heute über die Bundesländer (z. B. Digitalbonus Bayern)
KfW-Förderkredite: zinsgünstige Kredite für Digitalisierungs-Vorhaben (seit Juli 2025)
Mittelstand-Digital Zentren: kostenlose Beratung und Workshops bundesweit
Weiterbildungsförderung: über das Qualifizierungschancengesetz
Förderfähigkeit prüfen: KMU-Definition, De-minimis und die wichtigste Regel
Wer heute Ersatzförderung für „Digital Jetzt" sucht, sollte zuerst die formalen Eckwerte kennen, die bei nahezu allen Länder- und Bundesprogrammen identisch sind. Maßgeblich ist die EU-KMU-Definition: weniger als 250 Beschäftigte sowie ein Jahresumsatz bis 50 Mio. Euro oder eine Bilanzsumme bis 43 Mio. Euro. Die mit Abstand häufigste Fehlerquelle ist jedoch zeitlicher Natur.
Antrag immer vor Auftragsvergabe: Wer Software bestellt, einen Vertrag unterschreibt oder anzahlt, bevor der Bewilligungsbescheid vorliegt, verliert den Anspruch rückwirkend und unwiderruflich.
De-minimis-Obergrenze: Seit dem 1. Januar 2024 dürfen staatliche Kleinbeihilfen 300.000 Euro über drei aufeinanderfolgende Steuerjahre nicht übersteigen (zuvor 200.000 Euro). Ab dem 1. Januar 2026 werden alle gewährten Beihilfen in einem zentralen Register erfasst.
Umsetzungsfrist: Viele Programme verlangen den Projektabschluss innerhalb von zwölf Monaten nach Bewilligung.
Praxis-Checkliste für den Förderantrag
Ein strukturiertes Vorgehen erhöht die Bewilligungschance und verhindert formale Ablehnungen. Bewährt hat sich diese Reihenfolge:
Passendes Programm im eigenen Bundesland identifizieren; Zuschussquoten und Höchstbeträge variieren je nach Land zwischen 0 und 30.000 Euro, mit Quoten von typischerweise 20 bis 50 Prozent.
Digitalisierungsvorhaben konkret beschreiben (etwa Einführung eines ERP-Systems, Cloud-Migration oder IT-Sicherheit) und Angebote einholen, ohne zu beauftragen.
De-minimis-Erklärung über bereits erhaltene Beihilfen der letzten drei Jahre vorbereiten.
Antrag inklusive Investitionsplan einreichen und den Bewilligungsbescheid abwarten.
Erst nach Bewilligung beauftragen, Belege sammeln und fristgerecht den Verwendungsnachweis erbringen.
Finanzierung über zinsgünstige Förderkredite
Wo Zuschüsse fehlen oder ausgeschöpft sind, bleibt der zinsgünstige Förderkredit eine tragfähige Alternative zur klassischen Bankfinanzierung. Der seit 2025 neu aufgesetzte ERP-Förderkredit für Digitalisierung und Innovation bietet derzeit Beträge ab 25.000 Euro bis 25 Mio. Euro je Vorhaben, Laufzeiten bis zehn Jahre und bis zu drei tilgungsfreie Anlaufjahre. Die Konditionen sind in mehreren Stufen gestaffelt; die Zinssätze bewegen sich aktuell etwa zwischen 3,5 und 5,2 Prozent. Anders als ein Zuschuss muss der Kredit zurückgezahlt werden, eignet sich aber für größere Investitionsvolumina, die jenseits der Zuschuss-Höchstgrenzen liegen. Beantragt wird er über die eigene Hausbank.
Nein. Das Bundesprogramm Digital Jetzt ist zum 31. Dezember 2023 ausgelaufen. Neuanträge sind nicht mehr möglich.
Was hat Digital Jetzt gefördert?
Digital Jetzt förderte von 2020 bis 2023 Investitionen kleiner und mittlerer Unternehmen in digitale Technologien — etwa ERP-Systeme, Cloud-Lösungen und IT-Sicherheit — sowie die Qualifizierung der Mitarbeiter.
Welche Alternative gibt es zu Digital Jetzt?
Investitions-Zuschüsse laufen heute über die Länder-Digitalboni. Ergänzend gibt es zinsgünstige KfW-Förderkredite, kostenlose Beratung über die Mittelstand-Digital Zentren und Weiterbildungsförderung.
Kann ich für eine ERP-Einführung noch Zuschüsse bekommen?
Möglicherweise über das Digitalbonus-Programm Ihres Bundeslands. Die Konditionen variieren je Land. Der zentrale Einstieg ist die Förderdatenbank des Bundes, gefiltert nach Bundesland und Digitalisierung.
Wo finde ich den aktuellen Förder-Überblick?
Eine zusammengefasste Übersicht der aktuellen Förderwege für ERP- und Digitalisierungs-Vorhaben finden Sie auf unserer Seite ERP-Förderung 2026.