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Häufig gestellte Fragen

Was ist SAP Fiori?

SAP Fiori ist das moderne Design-System und die rollenbasierte Benutzeroberfläche von SAP, über die Anwendungen wie S/4HANA und viele Cloud-Dienste bedient werden. Statt komplexer Transaktionsmasken stellt Fiori aufgabenbezogene Apps in den Mittelpunkt, die auf die jeweilige Rolle des Anwenders zugeschnitten sind. Die Apps laufen webbasiert und responsiv auf Desktop, Tablet und Smartphone. In S/4HANA ist Fiori die von SAP bevorzugte und standardmäßig ausgelieferte Oberfläche.

Was ist der Unterschied zwischen SAP Fiori und SAP GUI?

Die klassische SAP GUI ist ein Desktop-Client, der überwiegend mit Transaktionscodes und umfangreichen, mehrreitrigen Masken arbeitet. SAP Fiori ist dagegen eine browserbasierte, mobiltaugliche und aufgabenorientierte Oberfläche mit dem Fiori Launchpad als zentralem Einstieg. Beide Bedienkonzepte unterscheiden sich grundlegend, können in einem S/4HANA-System aber parallel bestehen. Für tiefe Konfigurations- und Customizing-Arbeiten ist die SAP GUI oft weiterhin im Einsatz, während Endanwender zunehmend über Fiori arbeiten.

Was ist das Fiori Launchpad?

Das Fiori Launchpad ist die personalisierbare Startseite, über die Anwender ihre Apps per Kachel starten und teils Live-Kennzahlen direkt auf der Kachel sehen. Welche Apps sichtbar sind, steuert das hinterlegte Rollenkonzept, sodass jeder Nutzer nur die für seine Aufgaben relevanten Funktionen erhält. Es löst das alte SAP-Easy-Access-Menü ab und bündelt den Zugriff auf transaktionale, analytische und Faktenblatt-Apps an einer Stelle. Seit S/4HANA 2021 organisiert SAP die Launchpad-Inhalte über das Konzept Spaces und Pages, das die früheren Gruppen als empfohlenes Layout ablöst.

Auf welcher Technologie basiert SAP Fiori?

Die meisten Fiori-Apps basieren auf dem JavaScript-Framework SAPUI5 und auf HTML5, sodass sie responsiv im Browser laufen und sich an Bildschirmgröße und Endgerät anpassen; die quelloffene, kostenfreie Variante des Frameworks ist OpenUI5, während SAPUI5 an eine SAP-Produktlizenz gebunden ist. Die Geschäftslogik bleibt dabei im ERP-Backend, das bei SAP klassisch auf ABAP aufsetzt. Der Datenaustausch zwischen Frontend und Backend erfolgt überwiegend über standardisierte OData-Services, die technisch dem Prinzip einer REST-Schnittstelle folgen. Das aktuelle visuelle Erscheinungsbild liefert das Horizon-Theme, das SAP als modernen Standard für die Fiori-Oberfläche etabliert hat.

Muss man bei S/4HANA Fiori nutzen?

Fiori ist in S/4HANA der von SAP empfohlene Standard und besonders für Endanwender vorgesehen, da viele Standardprozesse direkt als Fiori-Apps ausgeliefert werden. Eine technische Pflicht, ausschließlich Fiori zu verwenden, besteht jedoch nicht: Für administrative, Konfigurations- und Customizing-Aufgaben bleibt die klassische SAP GUI weiterhin verfügbar. In der Praxis arbeiten viele Organisationen daher mit einer Mischung aus beiden Welten. Damit Fiori produktiv genutzt werden kann, müssen die benötigten Apps zunächst technisch aktiviert und den Rollen zugeordnet werden.

Wie aufwendig ist die Einführung von SAP Fiori?

Der Aufwand hängt stark davon ab, wie viele Apps benötigt werden und wie das System aufgesetzt ist, denn Fiori-Apps müssen samt zugehöriger Services und Berechtigungen aktiviert werden. SAP stellt dafür Werkzeuge wie die Rapid Activation über vordefinierte Task-Lists bereit, die die technische Grundeinrichtung gegenüber der früheren manuellen Aktivierung deutlich beschleunigen. Erfahrungsberichte zeigen dennoch, dass die Aktivierung vieler Apps im großen Maßstab je nach Umfang Tage bis Wochen beanspruchen kann. Neben der Technik fällt zusätzlicher Aufwand für Rollen- und Berechtigungspflege, das Launchpad-Layout sowie Tests und Anwenderschulung an.

Kann man SAP Fiori an das eigene Corporate Design anpassen?

Ja, über das Theming lässt sich das Erscheinungsbild des Launchpads und der Apps an die Corporate Identity anpassen, etwa bei Farben und Logo. SAP bietet dafür Werkzeuge wie den UI-Theme-Designer, mit dem sich abgeleitete Themes auf Basis des Standards erstellen lassen. Über die reine Optik hinaus erfolgen funktionale Anpassungen im Rahmen des üblichen Customizings sowie über die von SAP vorgesehenen Erweiterungskonzepte für eigene Felder und Logik. Zu beachten ist, dass weitreichende Eigenentwicklungen den späteren Wartungs- und Upgrade-Aufwand erhöhen können.