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Häufig gestellte Fragen

Welche ERP-Systeme sind in Japan am weitesten verbreitet?

Eine belastbare Marktanteilsstatistik nach Umsatz veröffentlicht in Japan kein Analystenhaus, deshalb stützen sich alle Angaben auf Installations- und Panelbefragungen. In der Erhebung von Nork Research unter 1.300 Unternehmen mit weniger als 50 Mrd. Yen Umsatz (2025) führten bei den Hauptsystemen SMILE von Otsuka Shokai mit 15,1 Prozent, GLOVIA von Fujitsu mit 14,0 Prozent und SAP ERP mit 12,0 Prozent, gefolgt von SAP Business One (7,9 Prozent), Bugyo V ERP von OBC (5,6 Prozent) und OBIC7 (5,2 Prozent). Eine Panelbefragung von BOXIL unter 1.793 ERP-Beteiligten aus demselben Jahr ergibt ein anderes Bild mit Money Forward Cloud ERP (13,55 Prozent) und Dynamics 365 Business Central (7,98 Prozent) an der Spitze – ein Hinweis darauf, wie stark die Ergebnisse von der Stichprobe abhängen. In großen Unternehmen dominiert dagegen SAP: In einer Keyman's-Net-Erhebung von 2024 nannten 29,3 Prozent SAP ERP (ECC 6.0) und 23,2 Prozent SAP S/4HANA als meistgenutztes System.

Braucht eine japanische Tochtergesellschaft ein anderes ERP als die deutsche Zentrale?

Technisch nicht zwingend, fachlich aber in mehreren Punkten. Das System muss das Invoice-System mit der Registriernummer aller Lieferanten führen, die zeitabhängige Vorsteuerquote für nicht registrierte Kleinunternehmer abbilden (80 Prozent bis 30. September 2026, danach 50 Prozent) und die Steuerrundung einmal je Beleg und Steuersatz vornehmen statt zeilenweise, wie es viele europäische Systeme tun. Dazu kommen die japanische Lohn- und Sozialversicherungslogik mit präfekturabhängigen Krankenkassensätzen und der auf dem Vorjahreseinkommen basierenden Einwohnersteuer, das Zahlungsdatenformat des Zenginsystems mit halbbreiten Zeichen sowie die japanische Ära-Datierung in behördlichen Formularen. Für eine deutsche Zentrale mit japanischer Tochter ergeben sich damit zwei getrennte Rechnungslogiken; nach unserer Einschätzung läuft das in der Praxis häufig auf ein lokales Buchhaltungs- oder ERP-Paket in Japan mit Konsolidierung in die Zentrale hinaus. Entscheidend ist dabei weniger die Marke als die Frage, wer die Lokalisierung und den japanischsprachigen Support verantwortet.

Gibt es in Japan eine E-Rechnungspflicht wie in Deutschland?

Nein, jedenfalls nicht in der deutschen Bedeutung des Begriffs. Japan hat zum 1. Oktober 2023 das Invoice-System eingeführt, das eine Registrierung des Rechnungsausstellers und sechs Pflichtangaben auf der Rechnung verlangt – aber kein strukturiertes Datenformat vorschreibt; Papier und PDF bleiben zulässig. Das Peppol-basierte Format JP PINT, das die Digitalagentur als japanische Peppol Authority pflegt und zuletzt am 8. Juni 2026 in Version 1.1.3 veröffentlicht hat, ist eine freiwillige Option, für die keine Verbreitungszahlen veröffentlicht werden. Deutschland verlangt umgekehrt seit dem 1. Januar 2025 die Fähigkeit zum Empfang strukturierter E-Rechnungen nach EN 16931 und ab 2027 beziehungsweise 2028 auch deren Versand, kennt aber keine Registrierungspflicht für Rechnungsaussteller. Pflicht ist in Japan dafür seit dem 1. Januar 2024 die elektronische Aufbewahrung elektronisch empfangener Transaktionsdaten nach dem Gesetz zur elektronischen Buchführungsaufbewahrung.

Was kostet ein ERP-Projekt im japanischen Mittelstand?

Belastbare Benchmarkstudien nach dem Muster deutscher Anwenderbefragungen gibt es für Japan nicht, weshalb die verfügbaren Spannen aus Beratungs- und Fachportalen stammen und entsprechend weit sind. Für mittelgroße Unternehmen nennt das Fachportal Cloud ERP Jissen für unternehmensweite Cloud-Projekte 5 bis mehrere zehn Mio. Yen pro Jahr und für On-Premise-Einführungen 30 Mio. Yen bis in den dreistelligen Millionenbereich, bei Wartungssätzen von 15 bis 22 Prozent der Lizenzkosten jährlich. Für kleinere Unternehmen setzt ein Einführungsleitfaden SaaS-Anfangskosten von 0 bis 1 Mio. Yen und Projektlaufzeiten von sechs Monaten bis anderthalb Jahren an. Bei den laufenden Preisen liegt die von BOXIL erhobene Marktspanne für Cloud-Kernsysteme bei 12.000 bis 18.000 Yen je Nutzer und Monat, während OBC für die Cloud-Finanzbuchhaltung Bugyo i Cloud Listenpreise von 93.000 bis 336.000 Yen im Jahr veröffentlicht – 15 von 15 großen Anbietern nennen laut derselben Erhebung überhaupt keine Listenpreise.