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Häufig gestellte Fragen

Warum nennen so viele ERP-Anbieter keinen Preis?

Weil der Preis ohne Kenntnis des Mengengerüsts tatsächlich nicht seriös zu beziffern ist — und weil ein fehlender Preis den Vertrieb ins Gespräch bringt. Beides gilt gleichzeitig. In unserer Auswertung nennen 18 von 19 Cloud- und Commerce-Systemen einen Preis, aber nur 1 von 15 klassischen Mittelstands-ERP. Der Unterschied liegt nicht an der Firmengröße, sondern am Vertriebsmodell: Selbstregistrierung braucht einen Preis, beratungsgetriebener Vertrieb nicht.

Für Sie folgt daraus vor allem eines: In dem Segment, in dem die meisten Mittelständler suchen, ist der Preis Verhandlungssache. Wer ihn vergleichbar machen will, muss allen Anbietern dasselbe Mengengerüst vorgeben.

Ist ein veröffentlichter Listenpreis das, was ich am Ende zahle?

Nein, in aller Regel nicht — in beide Richtungen. Nach oben kommen Implementierung, Schnittstellen, Datenmigration und Schulung hinzu, die bei klassischen ERP-Projekten ein Vielfaches der Lizenz ausmachen können; dazu Transaktionsgebühren und Zusatzmodule, die auf Preisseiten gern im Kleingedruckten stehen. Nach unten sind Rabatte von 10 bis 30 Prozent auf Listenpreise im ERP-Vertrieb üblich.

Ein Listenpreis ist also der Ausgangspunkt einer Verhandlung, nicht deren Ergebnis. Der belastbare Vergleichswert sind die Gesamtkosten über fünf Jahre.

Wie kann ich Angebote vergleichbar machen, wenn keiner einen Preis nennt?

Indem Sie die Rechengrundlage vorgeben statt sie den Anbietern zu überlassen. Konkret: Nutzerzahl nach Rollen getrennt, Anzahl Mandanten und Standorte, Belegvolumen pro Monat, benötigte Schnittstellen und Datenmenge — und die ausdrückliche Bitte, alle Positionen über fünf Jahre auszuweisen.

Ohne dieses Gerüst rechnet jeder Anbieter mit eigenen Annahmen, und die Angebote sind hinterher nicht vergleichbar. Die Struktur dafür liefert der RFP-Prozess, die Kostenpositionen der TCO-Rechner.

Ist ein Anbieter ohne öffentlichen Preis unseriös?

Nein. Bei komplexen Systemen mit Fertigungsanbindung, Altsystem-Schnittstellen und hoher Anpassungstiefe wäre eine einfache Preistabelle eher irreführend als hilfreich, weil sie den größten Kostenblock — die Einführung — ausblendet. Fast der gesamte klassische Mittelstandsmarkt arbeitet so.

Kritisch wird es an einer anderen Stelle: wenn ein Anbieter auch auf eine strukturierte Anfrage mit klarem Mengengerüst keine belastbare Bandbreite nennt oder Folgekosten erst im Vertrag sichtbar werden. Das ist ein Warnsignal, ein fehlender Preis auf der Website nicht.

Wie aktuell sind diese Angaben?

Erhoben am 11. August 2026. Preisseiten ändern sich häufig — Anbieter führen Preise ein, nehmen sie wieder heraus, ändern Editionsnamen oder verlagern Angaben in Konfiguratoren. Jeder Eintrag verlinkt deshalb auf die geprüfte Herstellerseite, damit Sie den Stand selbst nachsehen können.

Wir wiederholen die Erhebung jährlich. Wenn Ihnen ein Befund veraltet oder falsch erscheint, sagen Sie uns Bescheid — wir prüfen nach und korrigieren.

Warum genau diese 41 Systeme?

Es sind die Systeme, die in den Vergleichen auf erp-software.org tatsächlich gegeneinander antreten. Das ist bewusst keine Zufallsstichprobe des Gesamtmarkts, sondern der Ausschnitt, den Interessenten im DACH-Mittelstand in die engere Wahl nehmen — Cloud-ERP, klassisches Mittelstands-ERP und die internationalen Suiten.

Eine Verallgemeinerung auf „den ERP-Markt' wäre damit nicht gedeckt; für die Frage, was Ihnen bei einer konkreten Auswahl begegnet, ist dieser Ausschnitt aber aussagekräftiger als eine breite Zufallsauswahl mit vielen Nischenprodukten.