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Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Migration von Sage 100 auf Microsoft Dynamics 365 Business Central und was kostet sie?

Für typische Mittelstands-Projekte liegt die Projektdauer erfahrungsgemäß zwischen rund fünf und neun Monaten, abhängig von Unternehmensgröße, Prozesskomplexität und Anzahl der Schnittstellen. Kleine Migrationen mit 10 bis 50 Anwendern bewegen sich häufig im niedrigen sechsstelligen Bereich, während mittelgroße Vorhaben mit über 150 Mitarbeitenden je nach Customizing siebenstellig werden können. Hinzu kommen laufende Lizenzkosten, die bei einer größeren Anwenderzahl schnell den jährlichen Hauptkostenblock bilden. Belastbare Zahlen entstehen erst nach einer strukturierten Bedarfsanalyse und mehreren Partner-Angeboten.

Sollte Business Central als Cloud-SaaS oder On-Premises betrieben werden?

Die Cloud-Variante (SaaS) ist heute der Standardweg, da Microsoft Business Central als echtes Software-as-a-Service mit zwei großen Funktions-Updates pro Jahr ausliefert und so die Integration in Microsoft 365, Teams, Azure und Power BI am einfachsten nutzbar wird. Eine On-Premises- oder Private-Cloud-Installation kommt vor allem bei sehr spezifischen Anforderungen in Betracht, etwa strengen Datenhaltungs- oder Branchenvorgaben. Da Sage 100 traditionell On-Premises-orientiert ist und Cloud-Betrieb meist als Hosting ergänzt, statt als echtes Multi-Tenant-SaaS, ist der Wechsel zu SaaS oft ein zentraler strategischer Treiber. Die richtige Wahl hängt letztlich von Unternehmensgröße, IT-Roadmap und regulatorischem Umfeld ab.

Welche Daten lassen sich aus Sage 100 übernehmen und was passiert mit der Buchungshistorie?

Stammdaten wie Artikel, Kunden, Lieferanten, Konten und Kostenstellen sind grundsätzlich vollständig migrierbar, ebenso offene Posten, offene Aufträge, Bestellungen und Lagerbestände, die sich über die Microsoft-Werkzeuge wie Configuration Packages (RapidStart) importieren lassen. Die komplette historische Buchungshistorie wird dagegen meist nicht eins zu eins übernommen, da Configuration Packages primär für das Erstaufsetzen eines Mandanten gedacht sind. In der Praxis bewährt sich, nur offene Posten zum Stichtag plus etwa ein bis zwei Jahre Buchungshistorie zu migrieren und Sage 100 als Read-Only-Archiv weiterzubetreiben. Sage-100-spezifische Felder und Konditions-Logik müssen dabei gezielt auf BC-Strukturen abgebildet werden.

Funktioniert die DATEV-Anbindung in Business Central genauso wie in Sage 100?

Sage 100 bringt eine eigene DATEV-Schnittstelle mit, und auch Business Central ist im DACH-Markt produktiv an DATEV angebunden, allerdings nicht nativ aus dem Standard heraus, sondern über etablierte ISV-Connectoren wie den Continia DATEV-Connector oder vergleichbare Partnerlösungen. Die Anbindung gilt als robust und im Mittelstand breit verbreitet, sodass der Wechsel technisch meist einfacher ist als zunächst befürchtet. Wichtig ist eine frühe Klärung der konkreten Workflow-Details mit dem Steuerberater, etwa zu Buchungsschlüssel-Logik und Exportformaten. Da Sage-100-Anwender häufig eng abgestimmte Steuerberater-Prozesse pflegen, sollten diese in der Discover-Phase vollständig dokumentiert werden.

Was passiert mit individuellen Anpassungen und Custom-Reports aus Sage 100?

Sage 100 wird in der Praxis oft durch individuelle Reports und kleinere Workflow-Anpassungen erweitert, die sich nicht automatisch übertragen lassen. In Business Central müssen solche Erweiterungen entweder durch passende Add-ons aus dem Microsoft AppSource oder durch eigene AL-Erweiterungen neu umgesetzt werden. Custom-Reports, die in der deutschen Sage 100 häufig mit dem integrierten Report-Generator List & Label erstellt wurden, baut man in BC mit Word-Layouts, Power BI oder Jet Reports nach. Eine vollständige Bestandsaufnahme aller Anpassungen und Schnittstellen in der ersten Projektphase ist deshalb entscheidend, um Aufwand und Risiken realistisch einzuschätzen.

Welche Branchen-Add-ons aus dem Microsoft AppSource sind für den DACH-Mittelstand relevant?

Business Central setzt stark auf ein Ökosystem aus Erweiterungen, das im Microsoft AppSource weit über tausend Apps umfasst und damit deutlich breiter ist als der kleinere, deutsch fokussierte Sage-100-Marktplatz. Im DACH-Mittelstand sind unter anderem KUMAVISION für Industrie- und Healthcare-Szenarien, Continia für Banking und Document Capture sowie Sana Commerce für B2B-E-Commerce verbreitet. Die Auswahl passender Add-ons gehört in die Konfigurationsphase und sollte sich strikt am tatsächlichen Funktionsbedarf orientieren, nicht an der reinen Verfügbarkeit. Welche Erweiterungen sinnvoll sind, hängt von Branche, Prozessen und vorhandenen Drittsystemen ab und ist Teil der individuellen Lastenheft-Erstellung.