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Häufig gestellte Fragen

Wann läuft der Support für Dynamics NAV aus?

Für NAV 2018, die letzte Hauptversion vor Business Central, endete der Mainstream-Support am 10. Januar 2023; der Extended-Support mit reinen Sicherheits- und kritischen Fixes läuft noch bis zum 11. Januar 2028. Die unmittelbar vorangehenden Versionen sind gestaffelt ausgelaufen: NAV 2013 (Januar 2023) und NAV 2015 (Januar 2025) erhalten keine Updates mehr, NAV 2016 ist seit April 2026 aus dem Extended-Support, während NAV 2017 noch bis zum 11. Januar 2027 Sicherheitsupdates bekommt. Nach dem jeweiligen Extended-Support-Ende gibt es weder Patches noch Microsoft-Unterstützung, sodass die Dringlichkeit der Migration auf Business Central stark von eurer konkreten NAV-Version, den Compliance-Anforderungen und der eigenen IT-Roadmap abhängt.

Wie lange dauert eine NAV-zu-Business-Central-Migration im Durchschnitt?

Für Mittelstands-Setups mit moderater Customizing-Tiefe liegt der typische Projektzeitraum bei 6 bis 12 Monaten von der Bestandsaufnahme bis zur stabilisierten Produktion. Bei umfangreichem Custom-Code, vielen Branchen-Add-ons oder Multi-Country-Strukturen sind 12 bis 24 Monate realistisch, da Code-Konvertierung und Tests dann den größten Anteil ausmachen. Ein reines technisches Upgrade über die Versionskette ist meist schneller als eine Greenfield-Re-Implementation, schleppt dafür aber technische Schulden mit. Die Dauer wird vor allem durch die Tiefe der C/AL-Anpassungen, die Datenqualität und die Zahl der Drittsystem-Schnittstellen bestimmt.

Welche NAV-Versionen unterstützt das Cloud Migration Tool von Microsoft?

Eine direkte Cloud-Migration aus NAV gibt es nicht: Microsoft sieht vor, die On-Premise-Lösung zunächst auf Business Central on-premises (Version 14) und anschließend auf mindestens Version 25 zu heben, bevor das Cloud Migration Tool die Daten über Azure Data Factory in die Online-Umgebung repliziert. NAV 2015 bis 2018 folgen diesem Standardpfad direkt über Version 14, während ältere Stände wie NAV 2013 oder 2009 zusätzliche Zwischen-Upgrades (etwa über NAV 2018) benötigen. Technische Voraussetzung ist mindestens SQL Server 2016 sowie eine Datenbank-Kompatibilitätsstufe von 130 oder höher. Für die Code-Seite wird der txt2al-Konverter (verknüpft mit der Version-14-Plattform) genutzt, um C/AL-Objekte in AL-Erweiterungen zu überführen.

Was kostet eine Business-Central-Lizenz pro Anwender?

Business Central wird im Cloud-Abo pro Named User abgerechnet, wobei Microsoft die Listenpreise zum 1. November 2025 angehoben hat: Essentials liegt seither bei rund 80 USD pro Nutzer und Monat, Premium bei etwa 110 USD. Die Team-Member-Lizenz für reine Lese- und Leichtnutzer blieb bei rund 8 USD pro Nutzer und Monat unverändert. Premium ergänzt gegenüber Essentials vor allem Fertigung und Service-Management, weshalb produzierende Betriebe in der Regel Premium benötigen. Die in Euro abgerechneten Listenpreise weichen je nach Wechselkurs und regionaler Preisliste ab, und Implementierungs- sowie Add-on-Kosten kommen separat hinzu.

Was passiert bei der Migration mit unserem C/AL-Custom-Code?

C/AL-Code wird mit dem txt2al-Tool weitgehend automatisiert in moderne AL-Erweiterungen konvertiert, wobei in der Praxis erfahrungsgemäß ein erheblicher Teil automatisch durchläuft und der Rest manuelle Nacharbeit erfordert. Alte Muster wie formularbasierte Logik lassen sich nicht eins zu eins übertragen und müssen in Business-Central-Standard-Patterns oder Page-Erweiterungen neu gebaut werden. Bei sehr stark angepassten Setups mit mehreren Hundert Custom-Objekten ist eine Greenfield-Re-Implementation oft wirtschaftlicher als der Versuch, den gesamten Altcode zu retten. Eine Code-Analyse vor dem Projektstart deckt unerwartete Komplexität auf und sollte daher als Pflichtschritt eingeplant werden.

Können wir während des Migrationsprojekts weiter produktiv mit NAV arbeiten?

Ja, das Migrationsprojekt läuft parallel zum laufenden NAV-Betrieb, sodass das Tagesgeschäft bis zum finalen Cutover unverändert weiterläuft. Allerdings müssen Änderungen am NAV-Custom-Code während der Migrationsphase mit dem entstehenden AL-Stand synchronisiert werden, weshalb für die finalen Phasen meist ein Code-Freeze empfohlen wird. Der eigentliche Umstieg erfolgt typischerweise an einem Wochenende, danach wird die NAV-Datenbank in der Regel read-only gesetzt und Business Central produktiv geschaltet. An den Go-Live schließt sich eine Hypercare-Phase von etwa vier bis acht Wochen mit erhöhter Beratungsverfügbarkeit an, da sich die Business-Central-Oberfläche spürbar von der gewohnten NAV-UI unterscheidet.

Können wir auf Business Central On-Premises statt in die Cloud migrieren?

Ja, Business Central ist weiterhin auch als On-Premises-Variante verfügbar, sodass ein Verbleib im eigenen Rechenzentrum technisch möglich bleibt. Microsoft investiert seine Weiterentwicklung jedoch primär in die Cloud-Version, und neue Funktionen erscheinen häufig zuerst oder ausschließlich in der SaaS-Variante. On-Premises bietet mehr Spielraum bei tiefem Customizing und direktem Datenbankzugriff, verlangt dafür aber eigene Infrastruktur, Updates und Betrieb. Für die meisten Mittelständler ist die Cloud-Variante die strategisch empfohlene Wahl, sofern keine konkrete Compliance- oder Datenhaltungsanforderung dagegen spricht.