CAFM (Computer-Aided Facility Management) bezeichnet Software-Systeme, mit denen Betreiber von Immobilien und technischen Anlagen ihre Flächen, Inventar, Wartungs-Verträge und Instandhaltungs-Aufträge digital verwalten. CAFM ist die Brücke zwischen Bau-Information (BIM/CAD) und betriebswirtschaftlicher Steuerung über das gesamte Gebäude-Leben hinweg.
In der Praxis: CAFM und ERP integrieren über Schnittstellen. Das CAFM löst einen Wartungsauftrag aus, das ERP bucht die Material- und Personal-Kosten gegen die Anlagen-Kostenstelle.
Bekannte CAFM-Systeme
Planon – Marktführer im internationalen Enterprise-Segment
conjectFM (Nemetschek-Gruppe) – DACH-stark im Bau-/Immobilien-Umfeld
pit-FM – verbreitet im öffentlichen Sektor und Hochschulen
Archibus (Eptura) – internationale Enterprise-Lösung mit CAD-/BIM-Integration
SAP S/4HANA EAM – integrierte SAP-Lösung für Anlagen-/Instandhaltung
CAFM und BIM – Die Datenbrücke ins Gebäude-Modell
Moderne CAFM-Systeme nutzen Building Information Modeling (BIM): das gesamte Gebäude als 3D-Modell mit jedem einzelnen Bauteil als Datenobjekt. Vorteile:
Wartungs-Techniker sieht im 3D-Modell, wo das defekte Ventil sitzt — keine Pläne-Suche
Ersatzteile werden direkt aus dem BIM-Datensatz identifiziert und im ERP bestellt
Bei Umbauten werden Flächen automatisch neu zugeordnet, Reinigungs-Aufträge passen sich an
Die Standardisierung läuft über IFC (Industry Foundation Classes); GEFMA-Richtlinie 444 definiert die deutsche Norm für CAFM-Datenstrukturen.
CAFM steht für Computer-Aided Facility Management — also computergestütztes Gebäude-Management. Es umfasst die Verwaltung von Flächen, Inventar, Wartungen, Reinigung und Energie-Verbrauch in Immobilien.
Was ist der Unterschied zwischen CAFM und ERP?
CAFM fokussiert auf das Gebäude und seine Nutzung — Räume, technische Anlagen, Wartung. ERP fokussiert auf betriebswirtschaftliche Prozesse — Buchhaltung, Beschaffung, Personal. Beide Systeme integrieren typisch über Schnittstellen.
Welche CAFM-Systeme sind im deutschen Markt verbreitet?
Planon, conjectFM, pit-FM, FAMOS und Wave Facilities sind im DACH-Mittelstand häufig anzutreffen. Im öffentlichen Sektor dominiert pit-FM, im Enterprise-Segment Planon und Archibus.
Was ist GEFMA 444?
GEFMA 444 ist die deutsche Richtlinie der German Facility Management Association zur Zertifizierung von CAFM-Software. Sie definiert 13 Katalog-Themen wie Flächen-Management, Reinigung oder Schließanlagen — zertifizierte Systeme erfüllen einen Mindeststandard.
Wird CAFM auch von kleinen Unternehmen genutzt?
Klassische CAFM-Systeme richten sich an Betreiber mit mindestens 10.000 m² Bruttogrundfläche. Für kleinere Unternehmen reichen oft schlankere Wartungs-Module direkt im ERP oder einfache CMMS-Tools.